Von ‘Schreiberlingen’
Eine Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele (Cicero). Manchem Bürger reichen vielleicht das Telefonbuch + Big Brother aus, um die Welt zu beurteilen und zur Wahl zu gehen. Wer aber belesen ist, steht nicht besser da. Die Vision des sozialen Ausgleichs gilt entgegen dem Buch Tao des Lao Tze nur in der Kunst. Nur dort, z.B. in der Literatur, können nämlich Gut und Böse oder Lamm und Wolf friedlich nebeneinander grasen, nur dort kann David den Goliath besiegen. Nur in Büchern scheitert das Böse, wenn es grausam und dumm ist. In der Realität kann es immerhin 12 von tausend Jahren herrschen, wenn das Gute völlig abwesend ist, schläft, es nur gut meint und feige mit läuft. Ja, Menschen und Figuren!
“Wer dem Unrecht in den Arm fällt
Den will man nirgendwo haben.
Wer über die Roheit in Zorn gerät
Der lasse sich gleich begraben.
Wer die Gemeinheit nicht duldet
Wie soll der geduldet werden?”
(© Bertolt Brecht, Die sieben Todsünden der Kleinbürger, Frf.a.M. 1959, S.19)
Warum viele Worte! Worüber Schriftsteller aber auch vom Standpunkt des Menschlich- Allzumenschlichen schreiben können (und sie müssen ja ‘mal entspannen), zeigt die Karrikatur aus © Sans Paroles, Robert Laffant, Paris 1954 (176 heitere ”Bilder ohne Worte”, Desch-Verlag). Bitte, nicht über diese Aussage ohne Worte verzweifeln!

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