Drama 2

Ausschnitt

© Michael Hesseler, Die ungenießbare heilige Kuh Familie, Manuskript, Bremen 2006

I. Besetzungsliste

Mutter Emma: Eine füllige Hausfrau um die 45 Jahre, etwa 165 cm groß, attraktiv mit langen rötlich-blonden Haaren, aber irgendwie bieder, trägt eine blaue Bluse und     gelben Rock. Hausschuhe, weiße Socken; im Bett im geblümten Nachthemd

Vater Frank (im Traum seine Stimme): Vollschlanker Vertreter um die 50 Jahre, auch um die 165 cm groß, wirkt grobschlächtig, Halbglatze, Haar angegraut, strenge   buschige Augenbrauen, Lesebrille mit halben Gläsern, trägt braune Hose mit Bügelfalten, beige-kariertes Hemd und gelbes Jackett; Hauschuhe, braune Socken; im Bett braun-karierter Schlafanzug; draußen Kamelhaarmantel und unzeitgemäßer Hut aus den 50er Jahren

Sohn Paul: Groß gewachsen und schlaksig, 180 cm, Schüler kurz vor Abitur, lange     brünette fettige Haare, lange Rotzbremse, wirkt ungewaschen, verwaschenes rotes Hemd, blauer Pullunder, Jeans, halbhohe schwarze Stiefel; draußen Parker; geht mit Unterhose ins Bett; raucht Roth Händle.   

Walter, Schulfreund Pauls: Groß gewachsen, athletisch, 185 cm groß, Schüler, halb lange blonde Haare, gut rasiert, gelbes Hemd, Jeans, blauer Pullunder, halbhohe   braune Stiefel, Umhängetasche; draußen Parker

Sprecher (auch als Stimme vom Tonband; fast wie ein Butler): Indifferenter älterer Mann in gesetztem Alter, groß gewachsen, tiefe Stimme, glatt gebürstetes       dunkel-braunes kurzes Haar, Hornbrille, schwarzer Anzug, weißes Hemd, Krawatte, wirkt stoisch

II. Inhaltsangabe (Ausschnitt)

Die Stimme vom Tonband am Anfang (1. Szene), vielleicht die des Sprechers, führt in die dramatische Situation ein. In der Attrappe Familie findet der heranwachsende Sohn Paul keine Liebe. Die Eltern Franz und Emma erpressen ihn mit ihrer Liebe und unter- drücken seinen Willen. 1968 kann er zwar diesem Konflikt er noch nicht entrinnen. Die  Zeit symbolisiert aber, dass der Widerstand gegen die althergebrachten Institutionen begonnen hat.

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Die 5. Szene bestimmt  Pauls Monolog im Bus von der Lila Eule in Musterheim nach Hasstrip, wo er wohnt. Er sieht sich als Opfer seiner Eltern, die ihre Beziehung auf   Kosten seines Seelenheils gerettet haben. Er ordnet ihr Wertekorsett dabei auch in die deutsche Untertanentradition ein. Er hält sie für Nazis. Dennoch will er immer nur ihre Freundschaft. Sie haben ihn aber so enttäuscht, dass er sie hasst, sich oder sie       umbringen möchte. Er hat deswegen Schuldgefühle. Das Rätsel meint er, gelöst zu   haben, indem er die Realität für absurd erklärt. Er benötigt daher keine professionelle Hilfe von anderen. Den Papst tut er als sexualfeindlich ab. Von seinen Eltern erwartet er ohnehin nichts mehr, obwohl er dort wohnen muss. Sie denken seiner Meinung nach nur an Geld und materiellen Wohlstand. Er spielt nur mit dem Gedanken, wie schön es wäre, wirkliche Freunde zu haben. Er sehnt sich danach. Am Ende der Szene wird es  surreal, als sich das Gewissen im Hintergrund höhnisch meldet und ihn ermuntert, es zu tun. Der absurde Ausweg scheint zu sein, sich mit Nichts in die Wüste   zurückzuziehen und Gedichte zu schreiben.

Die 6. Szene beherrscht ein seltsamer Traum von Vater Frank, der spät nachts     besoffen nach Hause gekommen ist und neben seiner Frau im Schlafzimmer schnarcht.

Seine Stimme im Traum erzählt am Beispiel eines gestutzten Streichholzes seine Ohn- macht als Kind. Der Traum zeigt, dass die lauwarmen Eltern von oben gezwungen  werden, ihre Kinder zu dressieren, bis sie in die vorgegebenen Elefantenpfade eingepasst sind. Den devotischen Eltern, die nur Stellvertreter sind, reden die Mächtigen oben eindringlich ein, wie gut Streichhölzer, Kinder, in dunkler Hosentasche neben dem verrotzten Taschentuch liegen. Am Ende sprechen die Streichhölzer, die nicht entrinnen können, eine fremde Sprache. Nach draußen, ans Licht, dürfen die Streichhölzer nur, um sie anderen zu präsentieren und die oben anzuglänzen. Die Mächtigen sind sich einig ......

III. Familiendrama

.........ausführliche Inhaltsangabe und Text kann man anfragen.....