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Auswahl
A: Erzählungen
Postmoderne Gedankensplitter aus Sicht der 68er (aus: © Michael Hesseler, in: „Mia Bo, Anke Osterhues, Michael Hesseler u.v.a., Die indische Braut, Erzählungen“, Leipzig 2007, S. 214 - 217, siehe auch www.literaturpodium.de)
In der Gesellschaft der Honigbienen ist Kommunikation keine lose paradoxe Verbindung ohne Verständigung. Ihr Informationsaustausch ist so vorprogrammiert, dass nach dem Geschlechtsakt die weiblichen Arbeiterinnen die männlichen Drohnen für die Königin verjagen und töten müssen. In der menschlichen Gesellschaft wirken gelernte Strukturen, manchmal sogar eigentümliche. Die absolute Freiheit kann dann in manchen Zeiten bedeuten, mit glänzenden Augen zu akzeptieren, dass gelegentliche Ohnmachten, Wutanfälle, Gedächtnislücken, kaskadenhaft vergeistigte Durchleuchtungen der sanitären Anlagen zur Erkenntnissuche sowie andere Aus- und Durchfallerscheinungen nur normale Widerspiegelungen gesellschaftlich-entfremdeter Arbeit sein sollen oder die Ungleichverteilung der Produktionsmittel diese Wirkungen positiv-widersprüchlich verursacht haben soll. Anstatt Probleme zu lösen, heißt dies für die einen, zu viele Tabletten schlucken, 4 Packungen Zigaretten pro Tag rauchen, 3 Kannen Kaffee trinken, sich heiser diskutieren. Für die anderen heißt es, in einem Prozess paranoider Wahrnehmung irgendwelcher Feinde wahllos zurückschlagen, „action“ ohne Handlung, die Nerven verlieren, möglichst wenig Verständnis zeigen, im Blindflug um sich selbst rotieren, damit endlich einmal das Pulverfass explodiert und das gleiche Spiel auf höherem Niveau beginnen kann!
Die familienähnlichen Rahmenbedingungen, die manchmal in der Milchgasse entstehen, müssen auch zur Kompensation für diesen Irrsinn herhalten. Erinnerungswert bleibt davon nur das, was nicht im Schmerz untergegangen ist, den zwei Menschen sich wohl zufügen müssen. Und auch manche Exoten dort würden Johann und Simone vermissen. Diese sind es sich wert gewesen jenseits von Peanuts, wie im Leben eben, das kommt, wie es kommt, auch wenn man gerade nicht anwesend ist. Das Avantgarde-Paar führt irgendwie ein anderes Leben im falschen, das sich nicht darin erschöpft, mit Studienkollegen in der Sauna zu sitzen, um die vollendeten Brüste und Schwänze von Kolloquiums-Mitdeliquenten lüsternd zu begaffen. Nicht nur Politisierung bis zur geistigen Verquarzung, sondern sich nach harter , meist von wenigen Opinion-Leadern vorgegebener politischer Arbeit auch selbst etwas gönnen!
Dieses progressive Avantgarde-Paar entwickelt andere Marotten. Simone liest z.B. „Ei(n)er flog (en) übers Kuckucksnest“ im amerikanisch Urtext oder übersetzt Bob Dylans Songtexte mit Hilfe eines amerikanischen Slangwörterbuchs. Johann bildet sich durch das Lesen von ewig-hirnbirnigem Müll weiter, wie z.B. über die Kommunikation an sich und vor allem als System, an dem er täglich scheitert und es nicht merkt. Denn die Systemträger sind Menschen, Lebewesen, die er nicht kennt.
Zu ihnen passt Kasimir Schöller, der in einem überteuerten Establishment von 8 Quadratmeters hausen darf, das ein psychotischer Dombaumeister für ihn huldvoll in den Abendstunden gebaut hat. Kasimir ist aus dem engen und lustlosen Berufsleben ausgestiegen, um so etwas wie Kunst + Leben zu studieren. Er hält sich wie alle, die sich nicht völlig an die Weltrevolution verloren haben, für jemanden, der Kunst macht oder machen will. Eben Kunst als „Natur minus x“, einmal ein größeres, einmal ein kleineres x , er wohl mehr eins gegen Null. Wo nur Wille ist, ist der Weg manchmal sehr fern! Ausstieg bedeutet, viel von dem lesen, was ihn persönlich beschäftigt, ihn mit einfachen Botschaften weiter bringt. So dient ihm das Werk von Henry Miller als Anleitung für sein Lieblingsthema „Bumsen der höheren Art“, das er neben Essen und Trinken immer zwischen den Lippen mit sich herumträgt. Er kotzt sein Credo unentwegt aus. So hat er es einmal einer Frau in seinem Käfig auf ihren Willen hin besorgen sollen. Beide sind allerdings schon ziemlich voll gewesen, so dass Kasimir versagt hat. Sie hätte es auf sich bewenden lassen können. Als emanzipiertes Kommunenmitglied hat sie aber ihre Ehre verletzt gefühlt und ihn daher so laut angeschrieen, das es weit durch den Dombau gehallt hat: „Besorg’s mir, Du Hund. Kannst du nicht oder willst du nicht?!“ Er hat zurückgeschrieen: „Hau doch ab, Tussy, und mach’s Dir selbst.“ Die erzwungene Notoperation hat sie daher in der ebenfalls ziemlich eng geratenen Bräse vollzogen, in der sie sich verbarrikadiert hat.
Hart ist nicht nur das Los von Emanzen, sondern auch männlichen Schwanzträgern, die in der Postmoderne lustwandeln müssen. Manche Betroffene wollen trotz der Kälte von Beziehung und Partnerin weder freiwillig Puffs frequentieren (auch wenn sie von zu Hause aus Geld hätten), noch ein Diplom in Seitensprüngen erwerben, noch zum anderen Ufer wechseln, auch wenn der Gegenpart immer lesbischer wird oder die Gesellschaft langsam verschwult. Befördert dies nicht auch die Kinderlosigkeit hier mit, jedenfalls ab dem Zeitpunkt, wo Samenbanken und Märkte für Adoptivkinder leer gefegt sind. Weniger ideologische oder moralische Gründe als die Angst vor dem Affen-Aids halten aber auch manche Männer ab, das ja der sexualkundige Papst als Ergebnis haltlosen Durcheinanderbumsens geächtet hat. Außerdem macht es wirklich keinen Spaß, mit PVC am 11. Finger Sex zu treiben und die weichen „pussy lips“ nicht mehr richtig fühlen zu können. In diesem Punkt wären sie sogar auf der gleichen Wellenlänge wie der Papst, der allerdings nur dagegen ist, weil er nicht darf. Sieht er deshalb so unscharf, weil er ein undurchsichtiges Präservativ über den Augen trägt?
Kasimir kreuzt Tag und Nacht bei Johann und Simone auf, wirbt mit milden Gaben in Gestalt von Essen und Trinken. Doch irgendwann geht er ihnen so auf den Zeiger, dass sie ihn immer häufiger wegschicken. Das sind dann die Tage seltener Nüchternheit. Alte Schulfreunde kommen dagegen eher selten vorbei. Einmal kommt Albert mit seinem Klassenkameraden Andy, der gerade sein nicht bestandenes Abitur gefeiert hat. Simone kann Andy sogar kurz begrüßen, weil sie ausnahmsweise nicht lallend durch die Wohnung schwankt oderbreit in einem Flokati-Teppich eingerollt auf dem Fußboden liegt. Fast bei vollem Bewusstsein rastet sie daher emotional wegen der coolen Art Andys aus. Dieser stöbert nämlich, lässig sein Jackett über die Schultern geworfen, in der gesamten Wohnung nach Comics. Der verkopfte Johann, der nicht nur wenig über menschliche Beziehungen weiß, sondern rein gar nichts über Frauen, rast natürlich vor Eifersucht. Später hört er, dass Andy sogar einen Schein in Weitsprung geschafft hat. Auch soll er in einer dieser Berliner Altbauwohnungen mit 5 m hohen Wänden gewohnt haben. Die habe er so geschickt in Etagen aufteilt, dass er in Parterre z.B. Möhren oder Gewürze gezüchtet, im ersten Stock gekocht, Kleidung und die paar wenigen Bücher und Utensilien fürs Studium deponiert und im obersten Stock geschlafen, Medien und Frauen konsumiert hat. Dass es auch Männer gewesen wären, ist zumindest unwahrscheinlich. Seine Kinder sprechen Bände dagegen. Ein eigenständiges Arbeitszimmer hätte nur seine Kreativität gehemmt. Darauf, Kleintiere zu züchten, ist er wohl nicht gekommen.
Vorbei kommt auch ein spirriger lang aufgeschossener Typ, der wie der Lead Gitarrist von Deep Purple aussieht. Er bleibt auch unendlich lange bei ihnen kleben, wie in einem Stück neuer Heimat. Er sucht in der Fremde eine neue Nabelschnur zum mütterlichen Andoggen. Johann glaubt, dass Rosko scharf auf Simone ist. Aber sie will nichts von ihm wissen, da sie mit weichen und jungenhaften Typen nichts anfangen kann. Es müssen schon Machos sein, wie sie letztlich doch entgegen ihrem Gerede Emanzen bevorzugen. Daher wird sie später auch auf einen bis auf die Knochen coolen Autonomen fliegen, der ohne Wohnsitz und mit Hund in seinem Lastwagen haust. Er ernährt sich wirklich selbst mit harter Arbeit, wenn er sie findet. Ansonsten bringt er sich, Bürgerschreck, wie er ist, mit Klauen und Anschaffen-Lassen durch. Seine Spezialität ist die nächtliche Begehung von Baustellen, auf denen er alles sicher stellt, was nicht niet- und nagelfest ist.
Besuche von Studienkollegen in der Milchgasse beglücken schon allein dadurch, dass ihr Doktorandenkolloquium in Wahrheit ein Weltveränderungsforum unter Leitung eines gut versorgten Professors ist, der gern zu Soziologentagen in die DDR fährt. Er und weitere intellektuelle Privilegierten, die sich selbst kaum mit ihrem Klempner verständigen können, haben sich hier in Stellvertretung für die arbeitende, weil nicht labernde Bevölkerung zusammengefunden. Dass diese abstrakt-weltfremden und vor allem zur geistigen Onanie anleitenden Kolloquien zur Flucht ins Normalleben animieren, leuchtet ein. Sie finden sich einige ‚Delinquenten‚ in der Milchgasse gern zusammen, um Doppelkopf zu spielen, Bockbier zu trinken oder manchmal zusammen zu kochen. Nicht immer labern sie dabei über Gott und die Welt und sondern ohne Ende Metahaftes ab; denn die „Lührische Gesellschaft zur Rettung bedrohten Schrifttums (LÜGE)“ verleiht dem ganzen Treiben einen gebührenden anderen Sinn. Zusammensitzen, Trinken und Essen beschert eben auch – neben männlichen Ausrastern wegen Fußball, Karriere oder technischem Kleinkram oder weiblichen Beiträge zum besten Reinigungsmittel für den WC oder schönsten Mann ‚voms Welt’ - kulturell hochwertigen Blödsinn und manchmal sogar Satirisches á la Pardon. Wer schreibt, der bleibt. Diese Höhenflüge setzen schon einfaches Medienbewusstseins in Gang. Immerhin sollte man mehr als nur das Telefonbuch lesen und ein paar Postkartengrüße aus Mallorca schreiben können. Das ist schon viel im Vergleich zu heute, wo es ausreicht, sich Handies wie einen Revolvergürtel um den Leib zu gürten und sich mit belangloser Kommunikation gegenseitig zu erschießen. Manchmal reicht es auch aus, zwar nichts in der Birne, aber dafür etwas zwischen den Beinen zu haben. Die LÜGE erzeugt ihre schwierigen Geburten nur mit Hilfe der sprachlichen Brillanz einer für den Normalbürger fremden Unkultur. Die will und kann auch deshalb schon nicht verstanden werden, weil es darum nicht geht. LÜGE überlässt diesen Anspruch lieber dem dogmatisch-militanten Hochkulturverständnis der Oberschicht, den wortreich- unverständlichen Verzerrungen in der St.-Martini-Literaturgeschichte, die nur auserwählte Germanisten enträtseln können. LÜGE lädt nur dazu ein, spontan und geistig unverbracht in ihre Nonsense-Ergüsse einzutauchen und mitzulachen oder sich an die Birne zu fassen und es zu lassen. Die wahre Geschichte darf dabei einfach zusehen. LÜGE will nicht mehr sein als Ergebnis intellektueller Spielerei im Ghetto linkslastiger Gullis. Es ist ein großartiges Gesellschaftsspiel, beidem jeder maximal drei Zeilen zu einem Spontan-Thema dichten darf und danach von seinem Tischnachbarn abgelöst werden muss. Im gemeinsamen Ergebnis entstehen unnachahmliche intellektuell-selbsttherapeutische Verblödungsunikate. Die wahre Geschichte darf ruhig beim Nonsens zusehen, wie Dominosteine ihre Zahlen verlieren, ein Hahn mit Inbrunst Kikeriki tropft, Rosen auf der Suche nach Rasierklingen über den Damm springen, eine Lichtung ohne Watt entlichtet wird und ein blinder Papst Wiesel züchtet.
Wenn man darüber nicht herzhaft lachen kann, dann doch wenigstens darüber, dass ein Mitspieler gerade in einer mit Wasser gefüllten Badewanne einen Stock tiefer durchgebrochen ist oder ihn noch nicht einmal das von ihm im Suff angezündete Gas aus der Etagentherme umgebracht hat.
Das Sinnkriterium für Kommunikation haben auch die Bewohner in der Milchgasse, in der Wolf und Lamm, Linke und Rechte, Normalbürger und Verfassungsschützer friedlich nebeneinander gegrast und sich Gott und Teufel fast multifunktional vereint haben, nicht gesucht. Wo würde sie es finden? Kommunikation ist eben im Fluss, man weiß nur noch nicht, in welchen. Der eine tanzt dabei positiv aus der Reihe, der anderer hängt emotional völlig daneben und kämpft mit Schweißausbrüchen oder Gesichtsmuskelkrämpfen, ein weiterer besteht nur aus analytischem Brain, wieder ein anderer lauscht nur den elektronisch-fiebrigen Klängen seines Handys, technisch hypnotisiert und den exakt-teuflischen Hauch von eSmog gierig einhauchend. Jetzt kann er dabei noch einen medialen Sinnkanal mehr nutzen, damit es länger dauert. Millionen wahnsinnig wichtiger Fotos kann er nämlich mit seinem Handy schießen. Es geht ihm nicht um den Nutzen, sondern darum, dass er es wie jeder haben muss. Der Sinn besteht ja nicht darin, die Seele auf Spiritualität oben auszurichten und dort irgendwie anzudocken. Technische Kommunikation ist doch Spiel, Event in der Spaßgesellschaft auf dem Weg zum heilenden Abenteuer in trister Normalität. Wie Zuckerguss überzieht sie die Brutalität und den Schmerz echter Kommunikation, damit ihre wahren Botschaften nicht ans Licht kommen. So sagt der eine dem anderen, als ob er für ihn ein Stück wichtiger wirklicher Realität wäre: „Ich finde gut, was Du da machst!“ und denkt „Du Arschloch!“ Zerstört die Unwirklichkeit technischer Kommunikation die Stille echter Kommunikation, damit keiner zum Nachdenken kommt und nach zweckloser Verständigung und Begegnung sucht?
Was je bei einem Menschen heute ankommt, hat wenig mit überkandidelten Sprachspielen á la Wittgenstein, wissenschaftstheoretisch-kognitiv-epistemenologisch verbrämter Kopflastig- keit oder mit - wie Kraut und Rüben - bevorrateten Experten-Definitionen über Syntax, Semantik und Pragmatik zu tun. Wie Menschen vorgehen und was bei ihnen ankommt, ist ganz schön sprachunabhängig. Körpersprache reicht Tier wie Mensch. Aus einem Schimpansen kann dann sogar ein Mensch werden, wenn man ihm Frack und Zylinder anzieht und das – ungeachtet atavistisch-primitiver, manchmal bräunlich eingefärbter Pfade der Urmenschen - Zivilisation nennt. Fortschritt könnte sich dann doch schnell in der Beherrschung des Schließmuskels oder dem Empfinden von Scheiße als Gestank erschöpfen. Oder? Dieser lang untergetauchte Urmensch ist in der Pornoszene jetzt ungehemmt zu besichtigen. Fern ab von der religiösen Paranoia alter ausgetrockneten ‚Juffis’ schreitet dort doch die Vertierung des Menschen unaufhaltsam voran und vergällt fast die notwendige schöne und gesunde Lust. Falls finanzierbar, wird doch durchgängig exzessive Freude mit Hilfe von Drogen zum alternativen primitiven Lebensinhalt von Primaten. Saufen z.B. ist Volkskrankheit Nr. 1, für die da oben mit teuren Spirituosen, damit sie besser herrschen und ihr Gewissen beruhigen zu können, für die da unten mit ihrem billigen Fusel, um sich besser unterdrücken lassen und das dann besser ertragen zu können. Es ist nur eine Frage der Sichtweise! Die Entwicklung vom Faustkeil zum Computer oder zum Roboter, der für Menschen kocht oder Kriege führt, kann man ruhig im lauwarmen Hauptsstrom entsorgen. Der aufrechte Gang war noch nie Kriterium des Fortschritts. Auch auf Auswandererschiffen herrschte die streng hierarchische Aufteilung in zwei bis drei Klassen mit ihren unterschiedlichen Lebensumständen und Lebensstilen. Nur manchmal darf der einzelne mehr wollen - vielleicht bei einem gemütlichen Essen in der Fischkiste. Dann kriecht nachts Kerzenlicht wie eine blendende Erkenntnis mühsam und vorsichtig aus den wenigen Ritzen, um die Dunkelheit zu erhellen. Aber allein, dass man das nur selten erfahren darf und fast daran zerbricht, ist das Leben wert. Durchgängig gelingt das nie. Ist es nicht schon ein Alleinstellungsmerkmal, wenn man versteht, zwar jeden Tag so zu genießen, als wäre es der letzte, carpe diem aber nicht so zu deuten, das auf Kosten anderer zu tun? Nur einen Tag zu spüren, wie man sich aufrichtet zum aufrechten Gang und kurz das Gefühl erlebt, ein Mensch zu sein, sich nicht mehr verbiegen lässt. Das wäre es doch! Schluss jetzt mit den metafiktionalen Botschaften! Es wiß0t doch jeder, dass sie hinter der Wirklichkeit immer hinterherhinken und daher zu spät kommen. Das muss dem Autor doch endlich jemand sagen. Aber, so lange das selbst Literaturnobelpreisträger nicht glauben wollen, besteht noch Hoffnung.
Die Mitglieder in der LÜGE haben sich die Zeit für Dialoge darüber genommen. Studenten heute, im vergleichsweise gleichen Alter, wollen darüber nicht diskutieren. Diskutieren ist sogar verpönt, weil es die Anpassung und Kariere hemmt. Wer will schon auf der Seite von Sozialaromantikern, Humanisten, Moralisten, Weltverbesserern und Gerechtigkeitsaposteln landen, die die ewig gestrigen und heute digitalisierten Mobbing-Argumente heraufbeschwören, man litte unter einem Neidkomplex. Immerhin hat die Entwicklung zur so genannten Postmodernen, in der absolute Wahrheiten nicht mehr zählen, einen Fortschritt gebracht: Der Spruch „Wer denkt, ist Kommunist“ hat sich ins Nirwana verflüchtigt, weil dem der neue Lebensstil des Nicht-Gründlich-Nachdenken-Müssens keine Nahrung mehr gibt. Hautodsache nichts ist mehr privat, sondern nur noch öffentliche, medial vermittelte Unterhaltung.
Hätten Johann und Simone heute noch Kontakt zueinander, würden sie sich in die 68er zurückwünschen, in denen es noch ein Für und Gegen von Werten gegeben hat und keinen gesellschaftlichen Einheitswertebrei.
B: Roman oder Erzählung
Der Roman “Tod des Autors der 68er” (vorher: “Stein und Glas”) ist noch nicht veröffentlicht. Modifizierte Auszüge daraus sind z.T. als Erzählungen wie Unfall?, Flucht ohne griechischen Wein, Postmoderne Gedankensplitter aus Sicht der 68er, “Geschichten über Orginale aus Pflaumenheim” erschienen oder sind unter Manuskripte Prosa 4 zu finden oder in Literaturwettbewerben eingereicht, z.B. “Menschen im Krieg” beim Armin T. Wegner Literaturwettbewerb von Amnesty International: www.amnesty-meinungsfreiheit.de/aktuell/amnesty_schwelm.html (ist aber nichts geworden). Unter den Preisrichtern saß auch Günter Wallraff (www.guenter-wallraff.com/), dessen Großonkel wohl Heinrich Böll war (sein Freund hat W.B. hat mir noch geantwortet).- Die Geschichte wurde bei ca. 500 Einreichungen aus In- und Ausland nicht angenommen, ich wurde aber netterweise zur Feier der Preisträger eingeladen. Das kann ich mir aber nicht leisten.
C: Kurzgeschichten
Kurz-Kurzgeschichten und Kurzgeschichten sind bisher als chinesische “Parabeln” in “Der hustende Fisch...”, 2005/2007 (www.mv-verlag.de) erschienen. Was man diesen Parabeln nicht ansieht: Bei jeder auch noch so kleinen Geschichte mussten Fakten recherchiert werden, 10 Semester Sinologie-Studium haben dazu ein wenig geholfen. Aus dem Band sind neun Geschichten im Band “Sirja” (Kinder- und Phantasiegeschichten sowie Märchen) des Engelsdorfer Verlags erschienen, die zehnte ist die Kindergeschichte “Indis Abenteuerreise.” - Satiregeschichten sind in Vorbereitung, ich suche allerdings noch Satirezeitschriften, die den Namen verdienen.
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